Schluss mit Gelenkschmerzen

150320 ard schluss mit gelenkschmerzen3 n 481x270Neue Therapien mit körpereigenen Zellen

Ein Stechen im Rücken, Schmerzen im Knie - ist das Knorpelgewebe in Gelenken oder in der Wirbelsäule erst einmal beeinträchtigt, können Betroffene meist nur noch auf Schmerzlinderung hoffen. Eine echte Heilung der Verletzungen war bislang selten. Doch die Medizin macht bedeutende Fortschritte. Mittlerweile ist es möglich, mithilfe körpereigener Zellen die beschädigten Gelenke gezielt zu therapieren.
(Links zu Ärzten am Ende des Artikels...)
 gesehen in der  3sat.de
 
 

 

Schmerzen ohne Aussicht auf Besserung

Dr. Wolfgang Zinser (l.), Chefarzt der Orthopädie des St. Vinzenz Hospitals in Dinslaken, ist Spezialist für Knorpeltransplantationen am Knie, wie sie Thomas V. (r.) erhält.  © SWR/Manfred Bölk
Viele Patienten plagen sich jahrelang mit schmerzenden Gelenken durch den Alltag. Oft ziehen sie dabei von Arztpraxis zu Arztpraxis, von einer Behandlung zur nächsten, ohne dass die Schmerzen wirklich gelindert werden können.
Auch der 51-jährige Mike N. litt bereits jahrelang unter Gelenkschmerzen. Schon mit Anfang 30 erlitt der Polizeibeamte einen Bandscheibenvorfall im Bereich der Lendenwirbelsäule, der mit herkömmlichen Therapien nicht mehr zu bessern war. Eine Operation blieb ohne Erfolg, es drohte Frührente. Mike N. war nahe daran zu verzweifeln. Mit einem Leben mit starken Behinderungen und andauernden Schmerzen wollte er sich jedoch nicht abfinden.
Erst ein Besuch bei Dr. Munther Sabarini in der Avicenna-Klinik in Berlin machte ihm wieder Hoffnung. Der Neurochirurg und Wirbelsäulenspezialist behandelte ihn mit einem völlig neuartigen Verfahren, bei dem die kaputte Bandscheibe mit Hilfe körpereigener Zellen wieder aufgebaut wurde.
Heute ist Mike N. kaum wiederzuerkennen: schmerzfrei und beweglich, als wäre nie etwas gewesen.
Auch Heike B. hatte jahrelang mit starken Schmerzen in der Hüfte zu kämpfen. Erst bei einem Spezialisten für Hüft-Arthoskopie fand sie endlich Hilfe.
 

Keine Science-Fiction mehr: Zelltherapie

 Dr. Matthias Kusma ist einer der wenigen Orthopäden Deutschlands, der die Hüft-Arthroskopie beherrscht. © SWR/Manfred Bölk
Es klingt wie ein Blick in die Zukunft der Medizin: Ein defektes Körperteil wird im Reagenzglas mit Hilfe von körpereigenen Zellen nachgezüchtet und kann so repariert werden.
Im Falle von verletzten Gelenken wie Hüften, Knien oder Schultern, aber auch bei zerstörten Bandscheiben ist dies aber keine Science-Fiction mehr, sondern bereits Wirklichkeit. Dem Patienten werden dabei im ersten Schritt intakte Knorpel- oder Bandscheibenzellen entnommen und diese anschließend im Labor vermehrt.
In einer zweiten Operationen können diese gesunden Zellen in die betroffene Körperstelle transplantiert werden.

Sehen Sie hier am Freitag, 20. März 2015, um 20.15 Uhr eine Reportage des Arztes und Filmemachers Dr. Manfred Bölk über die neuartige Behandlungsmethode. Er hat mit Ärzten und Patienten im ganzen Bundesgebiet gesprochen und die Heilungsverläufe über mehrere Monate beobachtet.

 

Quelle: 3sat

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